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Tag 1 – 02.09.2004


Nach einem Problemlosen einchecken in Frankfurt am Main vertrieb ich mir noch die verbleibenden 3,5h auf der Besucherplattform. Zum Glück kamen dann auch meine drei anderen Mitreisenden (diese mussten vor dem Abflug noch mal zum Indonesischen Konsulat in Frankfurt um ihre Reisepässe incl. Visum zu holen) und so gingen wir dann zu viert gegen 10:30 an Bord unserer Boing 777. Ich hatte zwar einen Fensterplatz reserviert aber unglücklicherweise lag der genau über dem Flügel und so konnte ich nicht wirklich viel sehen. Der Start der Maschine war schon etwas kribbelig, aber nicht wirklich angst erregend! Viel Platz hatte man auch nicht. Es war ähnlich der Busfahrt nach Paris, bloß halt ohne Zwischenstops. Kurz nach dem Start gab’s auch gleich „Mittagessen“. Dieses musste ich auf kleinstem Raum einnehmen aber ich habe mich glücklicherweise nicht voll gekleckert ;) Da wir vor unseren Sitzen alle ein Display hatten wo man Filme schauen und ein haufen Spiele spielen konnte verging die Zeit wie im Flug. Da das Flugzeug recht groß war bewegte es sich nicht viel und man hatte das Gefühl man sitzt im Zug.
Gegen 06:15 (nach 12h Flug) sind wir dann in Kuala Lumpur gelandet. Leider war es so nebelig und dunkel das wir nichts von der Stadt Kuala Lumpur gesehen haben. Leider auch nicht die beiden Türme ? Der Flugplatz dort war riesengroß, sehr neu und Menschenleer. Auf der Toilette kamen andauernd Männer rein und kotzten sich die Seele aus dem Leib. Das machte uns natürlich ungemein Mut das nächste essen zu verspeisen.
Nachdem wir uns dort nun bis 9 Uhr die Zeit vertrieben hatten konnten wir auch endlich zu unserem Flug nach Jakarta einchecken. Bei der Kontrolle haben wir wieder zwei Dokumente bekommen bei denen wir nicht wirklich wussten wie wir sie und ob wir sie überhaupt ausfüllen müssen. Haben wir jedoch nach besten Wissen und Gewissen getan. Das Flugzeug war diesmal kleiner und lange nicht so komfortabel wie das andere. Aber diesmal hatte ich einen Fensterplatz vor dem Flügel, jedoch konnte ich auf Grund des Nebels wieder nichts von Kuala Lumpur sehen. Nachdem wir noch einmal Mittagessen bekommen hatten landeten wir auch schon auf dem Soekarno-Hatta (dies sind die Namen eines ehemaligen Präsidenten und seines Vizepräsidenten von Indonesien) Flughafen in Jarkata.
Nachdem wir ca. 1h an der Abfertigung anstanden haben wir endlich Indonesisches Hoheitsgebiet betreten. Wir waren überaus froh, dass die Abfertigung so Reibungslos über die Bühne lief, da sie ein paar Leute vor uns schon zur Seite genommen hatten, weil etwas mit dem Pass oder Visum nicht stimmte.
Nun holten wir noch unser Gepäck, ließen es noch mal durchscannen und hatten endlich all unsere sieben Sachen beisammen. Am Ausgang warteten auch schon 2 Indonesier mit einem Schild „SGU“ auf uns. Wir begrüßten uns herzlich und Prof. Grüneberg teilte uns dann unsere Aufteilung mit. Plew und Robert kamen zusammen an die SGU und wir sollten zu Merten, einer Fabrik für Steckdosen oder so ähnlich. Ojeh, dachten wir natürlich gleich. 4 Monate Steckdosen zusammenstecken oder so. Jedoch wurde uns dann erklärt, dass wir an einer Software zur Buchhaltung und Verwaltung arbeiten sollen. Das war natürlich schon eher nach meinem Geschmack. Wir fuhren nun zu allererst in die Firma und lernten dann den Chef von Merten (Herr Schütz) und den Chef der Softwarefirma (Herr Straub) kennen. Die Fahrt dauerte etwa 1,5 h. Über die Autobahn (Linksverkehr) mit wahnsinnig vielen Autos und wahnwitzigen Fahrern. Es war schlimmer als in Paris!! Rechts und links säumten die Straße alte Blechhütten, halbfertige Hochhäuser, Reisfelder, Fischteiche und natürlich viele Palmen. Ebenfalls lag links ein LKW verkehrt im Graben und rechts einer Quer über die Autobahn. Ich bin während der Fahrt tausend tote Gestorben. Es war Wahnsinn!! Nach dem wir nun bei Merten angekommen sind bekamen wir erstmal frisches Wasser (aus durchsichtigen verschweißten Joghurtbechern) und Kaffee bekommen. Nach einem lockeren Gespräch über unsere kommende Arbeit kam es nun zum Thema Wohnen. Ein Indonesier hatte sich wohl bereits um eine Bleibe gekümmert, jedoch stand noch nicht fest ob das überhaupt klappt. Es hieß wir sollen doch erstmal die ersten Nächte in ein Ibis Hotel (25€ die Nacht) gehen und dann die nächsten Tage nach einer Bleibe Ausschau halten. Wir fuhren jedoch erst einmal zu diesem Haus. Die Fahrt dauerte wiederum eine Stunde und der Verkehr war noch schlimmer. Es gibt in Jakarta keine Polizei die auf den Verkehr achtet. Die Autos überholen Links, Rechts, in der Mitte verwenden alle vorhandenen Standstreifen usw. Ich werde sicher nie freiwillig ein Auto durch Jakarta bewegen. Und dabei war es noch nicht mal die Innenstadt. Dort soll es wohl noch extremer sein! Auf jedem Fall sind wir dann doch dank unserem exzellenten Fahrer an dem Haus angekommen.
Bis dahin haben wir nur Häuser gesehen die aus losen Brettern zusammen genagelt waren und aussahen als ob sie den nächsten Sturm nicht überleben. Unser Haus jedoch war dagegen fast eine Luxusvilla. Die Gegend hier ist sehr schön und gepflegt. Das Haus wurde scheinbar erst vor kurzem neu gestrichen. Es hat zwei Klimatisierte Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine kleine Küche (aber ohne Herd) ein Bad mit Dusche (leider kein warmes Wasser, jedoch hat das „kalte“ Wasser 25° Grad) und deutschem WC mit Brause ;) sowie noch ein Klo mit asiatischem WC (ein kleines im Boden eingelassenes Becken). In der oberen Etage ist noch ein leeres gefliestes Zimmer und eine überdachte Dachterrasse! Die Klimaanlage in den Zimmern ist wirklich nicht wegzudenken. Man muss sich noch nicht einmal bewegen und man ist durch geschwitzt, so haben die Zimmer angenehme 18°. Und das beste ist: wir habe hier ein Festnetztelefon, so dass wir auch aus Deutschland aus angerufen werden können. Der Besitzer wollte jedoch für 6 Monate 5 Mio. IDR.

Prof. Grüneberg hat jedoch den Preis netterweise noch auf 4 Mio. IDR heruntergehandelt. Die anderen beiden die and die SGU sind hatten nicht so viel Glück. Bis jetzt haben sie noch keine geeignete Wohnung und schlafen bei ihrer Mentorin. Das Beste jedoch kommt noch. Da wir ja so weit weg von der Fabrik und der Softwarefirma wohnen wird uns ein Fahrer zur Verfügung gestellt, der uns morgens abholt und abends wieder Heim bringt!!
Leider ist hier in der Gegend überhaupt nichts. Um nach Cikarang „City“ zu kommen müssen wir fahren. Sind bestimmt 5km bis dorthin und bei der Hitze ist es nicht schön zu laufen!
Nach dem wir nun das Haus genommen haben sind wir erst einmal in ein nahe gelegenes Kaufhaus (der Shoppingmall von Lipp Cikarang) essen gegangen. Es gab Nasi Goreng und war sehr lecker und hat gerade mal 1,20 € gekostet. Nun haben wir uns noch ein Paar Gebrauchsgüter gekauft (Bier, Müsli usw.). Dann sind wir erstmal nach Hause und haben geduscht (hat natürlich nicht wirklich viel gebracht) und uns noch mal mit den beiden Indonesiern (dem Fahrer und dessen Freund der die Wohnung vermittelt hat) getroffen. Mit denen sind wir auf einen Nachtmarkt gegangen. Dort wird die ganze Nacht essen gebrutzelt. Nach ein paar Bierchen sind wir dann nach Hause und todmüde ins Bettgefallen.


Tag 2 – 03.09.04


Wir sind 6:30 Uhr aufgestanden und wurden 7 Uhr abgeholt.
Nach zwei Stunden Fahrt sind wir bei Merapi (Software E-Business Solutions) angekommen. Dort haben wir zuerst die Software Pro@lpha installiert und dann eine kurze Einführung bekommen. Das Programm ist super einfach und da wir noch am Jetlag litten hatten wir es schwer die Augen offen zu halten. Es arbeiten insgesamt an die 10 Leute in dem Büro, es waren jedoch nur 5 da. Die haben dort einen Empfangsboy der sich um all deine Bedürfnisse kümmert. Er holt dir Wasser oder kocht Kaffee wenn man es will. Zum Mittag sind wir mit dem Taxi und zwei Arbeitskollegen in ein Restaurant gefahren. Dort haben wir Spieße gegessen und bis jetzt auch drin behalten ;)
Nach dem essen haben wir noch ein bisschen mit dem Programm „herumgespielt“ und haben uns dann nach Hause fahren lassen.
Dort haben wir nur noch versucht ins Internet zu kommen, was auch funktioniert hat!

Unerwartet kamen noch Erico und Handoko vorbei und meldeten uns beim „Leader“ Tony an. Tony ist so etwas wie der Cheriff hier. Danach sind wir noch etwas essen gegangen. Gegrilltes Huhn mit Reis.

Tag 3 – 04.09.04


Heute wurden wir von der Dekanin der SGU zu einer Hochzeit eingeladen. Es war eine traditionelle Javanische Hochzeit. Ein Student der SGU hat geheiratet, den wir aber nicht kannten und so fühlten wir uns etwas fehl am Platz. Es waren zwei lange Reihen Tische aufgebaut auf denen ein warmes Büffet aufgestellt war. Zwischen den Tischreihen war genug Platz für die Leute und in der Mitte war ein Teppich wo das Brautpaar entlang lief. Alle waren mit Batik Hemden bekleidet und einige hatten Kostüme an, natürlich besonders das Brautpaar und deren Eltern. Zuerst machte ein Mann als alter Mann verkleidet (grauer Bart und krummer Gang) Verbeugungen usw. Ich denke er begrüßte die Leute und bedankte sich. Danach tanzten 4 Mädchen einen traditionellen Tanz und eine Frau erzählte dazu ein Haufen Indonesisches Zeug. Es war dort alles sehr laut. Nachdem das Brautpaar und ihre Eltern sich vorn auf Sessel gesetzt haben wurden sie durch einen Pfarrer vermählt. Leider verstanden wir nichts davon.

Nach der Zeremonie gingen all (auch wir) nach vorn und gratulierten. Das war etwas peinlich.
Die Feierlichkeit war in der Nähe von Taman Mini. Ein riesige Park (140h) mit Miniaturen der Indonesischen Länder. Wir sind dort hindurch gefahren und haben an den schönsten Orten gehalten und haben sie uns angeschaut. Jedoch haben wir sicher viele ausgelassen. Aber die Hitze war so groß das es schon fast unerträglich war.
Besonders zu erwähnen ist der Süd Sulanesische Teil. Die Häuser der Reichen sind wie auf dem Bild zu sehen. Ein Mann erklärte uns netterweise die Gewohnheiten der damaligen Sulanesen. Da war es üblich, dass die Toten eine sehr große Begräbnisfeier bekamen. Es wurden Büffel als Opfergaben geschlachtet. Je mehr desto besser (ab 200 Stück!). Da dies sehr Teuer ist (Milliarden von Rp) mussten die Leute lange sparen bevor die Toten begraben werden konnten. Während dieser Zeit lagen die Toten in dem Schlafzimmer. Wenn der Mann zuerst gestorben ist dann schlief die Frau solange neben der Leiche bis sie das Geld für die Beerdigung hatte.
Danach fuhren wir zum Town Square um ein paar Sachen zu kaufen. Da am Samstag die Graduierungsfeier der Master Studenten der SGU ist und wir dazu eingeladen sind, brauchten wir noch Krawatte, Hemd und gute Schuhe. Es war zwar nicht so billig wie erwartet aber 2 gute Hosen und Hemden für 60 € ist OK. Danach fuhren wir nach Hause und aßen etwas auf einem der Nachtmärkte (wie jeden Abend). Unsere Indonesischen Freunden wollten abends noch mit uns Billard spielen gehen und so fuhren wir nochmals nach Jakarta (wieder zu dem großen Einkaufszentrum) in eine große Bar mit 16 Billardtischen, HipHop Musik und vielen Leuten. Jedoch war das mehr ein Bar für die reicheren. Der Eintritt kostete 50k Rp, der Tisch pro Stunde 40k Rp und ein Bier 18k Rp. Zum Glück mussten wir keinen Eintritt und den Tisch nicht bezahlen, da unsere Freunden dort einen Bekannten der jeden Abend hingeht und fast alle Bedienungen usw. Kannte. Gegen 3 Uhr fuhren wir hundstodmüde nach Hause.
Zusatz: Bier kostet 1.4k Rp, Essen bei den Straßenbuden 1k-2k Rp, Zigaretten die Schachtel 7k Rp, Museum 1k-2k Rp

Tag 4 – 05.09.04


Heute haben wir mal ausgeschlafen (bis um 11 Uhr). Danach fuhren wir mit unseren Indonesischen Freunden (Erico, seine Frau + Kind und ein Freund) mit Bus nach Indonesien. Wir mussten jedoch ewig auf den Bus warten und so waren wir erst 14 Uhr am Nationalmuseum (Medan Merdeka) an. Dieses hat leider schon 14:30 Uhr geschlossen und so konnten wir nicht mehr hinein. Wir fuhren mit einer Kutsche zum Monas (ein großer Turm mit Aussichtsplattform) und trafen dort Plew und Robert. Da die Schlange für den Aufstieg zu lang war gingen wir nur in das Museum im Keller. Dort war die Geschichte Indonesiens an Hand von Plastiken erklärt. Viele Kriege gegen Holland und Vereinte Nationen.
Bei dem "Stadtbummel" durch Jakarta hatte man immer die Abgase der vielen Autos in der Nase. Und ein Richtiges Stadtzentrum gibt es gar nicht. Dort stehen Wolkenkratzer gleich neben alten baufälligen Hütten. Und überall fahren Leute mit Ständen rum und verkaufen essen. Jedoch wurden wir so gut wie nie von Händlern belagert. Sie bieten dir freundlich ihre Sachen an (meist Getränke usw.) aber wenn man wegschaut oder den Kopfschüttelt oder Tida ada sagt lassen sie einen in Ruhe. Geschäfte gibt es gar nicht so wie wir sie kennen. Große Einkaufszentren mit sehr strengen Kontrollen (nach Bomben usw.) sind von vielen, vielen Autos umgeben. Drin ist jedoch alles Klimatisiert, so das es sich gut einkaufen lässt. Technische Geräte sind ähnlich teuer wie bei uns. Und der Rest (Klamotten usw.) sind sehr billig.
Danach fuhren wir mit dem Stadtbus (der ist erheblich schneller, klimatisiert und hat eine extra Spur) zu einem Einkaufszentrum um ein Wörterbuch zu kaufen. Jedoch gab es leider keins.
Unsere Heimfahrt gestaltete sich dann erheblich schwieriger als die Hinfahrt. Es fahren hier zwar öffentliche Busse (bis eksekutive) und es gibt auch Haltestellen, aber die Busse halten nicht planmäßig an (wie in Deutschland), wer mit will muss den Bus heranwinken. Bei einer vierspurigen, mit Autos voll gestopften Straße ist es jedoch nicht einfach den richtigen Bus zu finden. Es fuhren andauernd kleine und große Busse vorbei und nicht nur auf der Spur ganz links. Zum Glück entdeckte Erico unseren Bus auf der mittleren Spur und so mussten wir uns durch die Automassen schlängeln und konnten in letzter Sekunde aufspringen. Im wahrsten Sinne des Wortes, da der Bus natürlich nicht in mitten des Verkehrs anhalten kann. Er fährt (rollt) mit dem Stau langsam weiter und während der Fahrt springt man dann auf oder ab. Aber dafür kostet der Bus exekutive auch nur 6.000 Rp bis nach Cikarang.
Danach fuhren nach Hause und mit einem Abendmahl auf dem Nachtmark ging der Tag auch zu ende.


Tag 5 – 06.09.04


Heute hatten wir unseren ersten Praktikumstag bei Merten. Wir ließen uns von Yuman (Administrator von Merapi) die Netzwerkstruktur von Merten erklären. Unsere Aufgabe ist es, die vorhandene Dokumentation über das Netzwerk und die Server zu vervollständigen. Es gibt bei Merapi 4 Server: Pro@lpha Server, Mailserver (Exchange 2000), Domaincontroller + Fileserver, Proxy. Die Server sind durch einen Hardwarerouter mit der SGU verbunden und haben ADSL (512Kb) Internetanbindung.
Von Cikarang sind wir heute das erstmal mit einem Ojek nach Hause gefahren. Vor dem losfahren hatten wir 1000 Rp pro Person ausgemacht. Als wir ankamen wollten die 5000 Rp pro Person. Wir haben noch einige Zeit herumdiskutiert aber dann doch 10.000 Rp bezahlt. Man weiß ja nie was passieren kann. Ist ganz schön unverschämt! Aber so ist das wenn man nicht Indonesisch spricht.

Tag 7 – 08.09.04


Heute Abend hat uns Mr. Harry (unser Vermieter) zum Sate essen eingeladen. Hier fahren immer Leute mit dem Fahrrad durch die Straße, an dem ein Aufbau angebracht ist und auf diesem braten sie dann Satie (Fleischspieße). Das ist zwar das unhygienischste was man hier machen kann aber wenn wir eingeladen sind kann man nichts machen. Danach haben sie uns noch ein paar einheimische Früchte gegeben und uns viele neue Vokabeln zum lernen gegeben. Harry war 1983 für 3 Monate in Deutschland gewesen. Kann aber kein Deutsch mehr, nur noch ein bisschen Holländisch.

Tag 8 – 09.09.04


Heute Morgen gegen 10 Uhr wurde ein Anschlag auf die Australische Botschaft verübt. Wir haben das aber auch nur von den Mitarbeiten bei Merten erfahren da wir außerhalb von Jakarta waren. Die Leute hier sind sehr geschockt darüber. Sie fragen sich immer wieder: „Warum denn Indonesien, wenn die Australien schaden wollen???“. Den Rest kann man ja auch aus den Nachrichten entnehmen. Abends sind wir dann mal wieder (wie fast jeden Abend) zum Pujasera Circus gefahren und haben diesmal Fisch gegessen. Ich habe Kakap probiert. Das ist der beliebteste Fisch in Indonesien. Er war auch recht lecker. Till hat Tunfisch gegessen. Richtigen Tunfisch, nicht aus dem Glas.

Tag 9 – 10.09.04


Heute Abend waren wir bei Erico zu Hause zum Grillen eingeladen. Es war die Willkommensparty für seinen Freund aus Singapur und uns. Es gab Suppe (Soup, nicht Soto. Da gibt es wohl einen Unterschied). Es hat wie eine Deutsche Hühnersuppe geschmeckt. Sehr lecker. Dann gab es natürlich noch Sate und Reis. Es war sehr schön! Jedoch habe ich gemerkt, dass mein Englisch nicht ausreichend ist um über die Politik und Wirtschaft von Deutschland zu reden.

Tag 10 – 11.09.2004


Heute war nun die feierliche Graduierungsfeier der Bachelor- und Masterstudenten der SGU. Ein Chor hat unter anderem „So ein Tag, so wunderschön wie heute…“ gesungen. Die konnten zwar kein ch und sch aussprechen aber man hat schon den Text verstanden. Ansonsten kam ein Haufen Reden von Deutschen und Indonesischen Persönlichkeiten und anschließend ein schönes warmes Büffet. Nach all den Feierlichkeiten sind wir zu Frau Arums Haus gefahren wo wir die Nacht verbringen wollten. Wahnsinn!!! Das Haus war in mitten eines Golfplatzes gelegen! Eine große und sehr schöne Villa. Natürlich durfte auch ein Pool nicht fehlen, den wir auch sofort ausgiebig „getestet“ haben. Insgesamt scheinen dort 3 Angestellte zu arbeiten die einem an nichts fehlen lassen. Es gab jeden Tag reichliches, mehr Deutschtypisches essen.
Wir haben uns dann noch ein wenig in die Sonne gelegt und sind dann abends nach Lippo Karawaci gefahren (Lippo ist eine Indonesische Bank die ganze Stadtviertel gebaut hat). Dort sind wir in eine Bar gegangen (Pisa). Die war etwas gehobeneres Milieu (viele weiße, sicher Amis) und damit auch dementsprechend teuer. Für einen Pitcher Bier haben wir 100.000 Rp gezahlt (10€). Aber zum glück war happy houre und so habe wir zwei zum Preis von einem bekommen. Um 22 Uhr hat dann eine Liveband angefangen zu spielen. Jedoch haben sie relativ neue Pop Lieder nachgesungen. Anfangs klang es auch wirklich gut, doch im Laufe des Abends wurde es immer falscher. Aber die „Band“ hat es gut geschafft die Besucher zu animieren. Am Ende standen mindestens die hälfte mit auf der Bühne und haben auch getanzt und gesungen. War sehr amüsant! Nach 4 Pitcher mussten wir dann gegen 1 Uhr gehen da das Lokal geschlossen hat. Zum Glück haben die uns noch ein Taxi gerufen, so das wir dann wenig später todmüde ins Bett vielen.

Tag 11 – 12.09.2004


Auf Grund der doch recht anstrengenden Nacht haben wir ausgeschlafen, gut gefrühstückt und den ganzen Tag am Pool herum gelungert. Endlich habe ich mal wieder ein wenig bräune bekommen. Ich bin nun schon seit 11 Tagen hier aber noch nicht brauner geworden. Eine Schande! Abends sind wir dann ein Stück durch BSD-Plaza gelaufen und haben dann auf ein Taxi gewartet. Da es Sonntagabend war gestaltete sich dies nicht als einfach. Vor allem da wir ein Taxi mit Taxameter gesucht haben, damit wir nicht abgezockt werden. Zu guter letzt haben wir dann auch eines der Blue Bird Gruppe gefunden und sind damit zu dem Wohnheim von Robert und Plew gefahren. Dort haben wir noch ein wenig gequatscht, Bier getrunken und uns die Bilder von gestern angeschaut. Gestern ist noch ein Bayer in dem Wohnheim angekommen, der auch sein Praktikum im German Center absolviert, jedoch in irgendeiner Behörde. Der war schon letztes Jahr für 6 Monate in Bali und versuchte den Kenner raushängen zu lassen. Naja, wir haben ja eh nicht viel mit ihm zu tun. Rück zu wollten wir es dann noch mal mit einem Ojek versuchen und haben uns extra 5.000 Rp (lima Ribu) zurechtgelegt. Jedoch wir den Ojek Fahrern gesagt haben „BSD-Plaza, lima Ribuh“ haben die ab gewunken und sind abgedampft. So wollten wir dann auf ein Taxi warten und es kam natürlich keines! Dafür haben wir noch einen der vielen kleinen Busse erwischt die hier überall herumfahren. Diese haben immer eine kurze Strecke und pendeln da immer hin und her. Jedoch sind das keine Busse wie wir sie kennen sondern eher ähnlich einem kleinen Lieferwagen mit zwei Bänken hinten. Natürlich ohne Klima und ohne jeglichen Luxus. Zu guten Zeiten quetschen sich da bald zwölf Mann hinten rein. Aber die Busse sind sehr billig. Sie kosten nur 1.000Rp pro Person. Und da wir die einzigen beiden Gäste waren und es schon dunkel und etwas kühler war, gestaltete sich die Fahrt dann doch als recht angenehm.
Ach, und es gibt in öffentlichen normalen Gebäuden wirklich kein Klopapier (nur in den teuren Restaurants). Normalerweise hängt ein Schlauch an der Seite mit dem man sich seinen Allerwertesten abbrausen kann. Wird dann halt die Hose ein bisschen nass. Schlimmer ist das dann schon in den billigeren Restaurants oder schlechten öffentlichen Toiletten. Dort gibt es keine Brause sondern nur einen Eimer Wasser mit einer Schöpfkelle. Ich habe keine Ahnung wie man damit den Po sauber bekommen will. Und zum Glück musste ich es auch noch nicht ausprobieren. Es ist also unbedingt vonnöten eine Packung Taschentücher für den Notfall dabei zu haben.

Tag 12 – 13.09.2004


Heute wollten wir noch einmal einen Tag in Jakarta verbringen. Auf unserem Plan standen: National Museum, Australische Botschaft, Alter Hafen, Jachthafen und das historische Jakarta.
Da wir Bambang, unseren Fahrer für 10 Uhr bestellt hatten waren wir auch um 12 Uhr in Jakarta. Begonnen haben wir mit der Australischen Botschaft. Es war wirklich ringsherum alles kaputt. Das komische aber war, das die Botschaft an sich fast komplett unbeschädigt war (das weiße Gebäude links).


Dies sind hier die „Regenrinnen“. Meist sind die bis zu einen Meter tief!
Zum großen Teil sind die Gräben jedoch leer (zumindest ohne Wasser). Der Dreck von der Straße wird dort hineingekehrt. Das Wasser sieht dann auch so aus. Widerlich! Aber ich denke mal, dass nach dem ersten richtigen Monsunregen die Gräben voll sind und der ganze Dreck weggespült wird.

Endlich am National Museum angekommen (diesmal waren wir um 12:30 Uhr dort!) mussten wir mit erschrecken feststellen das wegen dem heutigem Muslimischen Feiertag das Museum zu hat! So mussten wir also wieder ohne Besuch abziehen und fuhren zum alten Hafen von Jakarta. Dort habe ich auch endlich Postkarten kaufen können. Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen Stand mit Postkarten gesehen. Es scheint wohl keiner welche verschicken zu wollen.
Am Hafen angekommen kam auch gleich ein netter Mann zu uns und bot uns eine Führung an. Da wir erfahren haben, dass es wohl besser ist mit einem Führer den Hafen zu besichtigen nahmen wir das Angebot auch gern an.
Dort am Hafen lagen viele alte Segelschiffe. Ein Teil war leer und ein Teil war bis oben hin mit Holz beladen. Die ärmsten der armen luden das Holz mit der Hand ab. Dafür bekamen sie 75.000 Rps pro Tag. Eine wirklich Schweine Arbeit. Der Führer nahm uns dann mit auf eines der Segelschiffe. Über eine dicke Bohle ging es dann auf Deck. Die 10 Mann starke Besatzung hatte nicht wirklich viel Platz auf dem Schiff. Die Toilette war genau gegenüber der „Küche“. Das Holz kam von den umliegenden Inseln und ist im Schnitt vier Tage unterwegs. Gegen die Piraterie werden die Schiffe zum Teil von der Wasserpolizei begleitet. Die Leute dort waren aber auch recht nett zu uns. Obwohl die sicher wussten das wir ein vielfaches ihres Tageslohnes mit uns trugen. Auf dem Rückweg sahen wir dann wo diese Leute wohnten. Die Hütten sahen denen ähnlich die in der Geo neben den Gleisen abgebildet waren.


Unser nächstes Ziel war dann Marine Ancol (der „Jachthafen“). Eigentlich wollten wir uns dort nur nach den Fährpreisen auf eine der Tausend Inseln erkundeigen jedoch lag der Hafen in mitten eines großen Freizeitparks der erst einmal 60.000 Rp für uns alle gekostet hat. Er war riesengroß und für die einzelnen Attraktionen musste man noch einmal bezahlen. Viel zu sehen gab es dort nicht aber wenigstens haben wir das erste Mal das richtige Meer gesehen. Das Wasser war jedoch sehr sehr dreckig. Die ersten Fährangebote lagen bei 75 €, was eindeutig zu viel war. Dann haben wir jedoch noch so was wie ein Reisebüro gefunden und dort lagen dann die Angebote bei 4.900.000 Rp für uns alle (incl. Essen, Fähre + Bungalow) für 3 Tage. Das ist jedoch immer noch sehr teuer und so sind wir relativ enttäuscht wieder abgezogen.

Als letztes wollten wir uns noch die historische Altstadt von Jakarta anschauen (dort sollen noch viele alte Häuser aus der holländischen Kolonialzeit stehen) jedoch hat unser Fahrer scheinbar nur Altstadt von Jakarta verstanden und so sahen wir lediglich alte abgewrackte Häuser die aber keineswegs holländisch aussahen. Durch die weiten Strecken war der Tag dann auch schnell rum. Wir fuhren noch mal nach BSD und luden Plew und Robert ab, da es ab 18 Uhr keine Busse mehr nach BSD gibt und waren dann 20 Uhr endlich wieder zu Hause.

Tag 14 – 15.09.2004


Wir stehen mal wieder seit einer Stunde im Stau. Es ist 9 Uhr morgens am Stadtrand von Jakarta. Das Auto ist hier das einzige Fortbewegungsmittel. Es gibt keine U-Bahn und auch keine Straßenbahn. Es ist für 2006 eine Hochbahn geplant aber die ist so teuer, dass es sicher noch sehr lange dauert bis die fertig gestellt wird. Und selbst diese Bahn wird dann nur den Wachstum von Jakarta aufnehmen können. Zurzeit leben wohl 16 Mio. Menschen in Jakarta und Umgebung, und es werden mit jedem Tag mehr. Auf Grund des hohen Grundwasserspiegels ist es auch nicht möglich im Untergrund Verkehrsmittel zu bauen. Die Straßen platzen förmlich aus allen Nähten. Trotzdem sind die Straßen in einem relativ guten Zustand. Auf der Autobahn die wir jeden Tag befahren gab es dieses Jahr bis heute 249 Unfälle mit 11 Toten. Für die Masse und die Fahrweise der Autos sehr wenig. Außerdem gibt es hier sehr wenige Ampeln denen auch so gut wie keine Bedeutung geschenkt wird. Vorfahrt hat der, der als erstes kommt. Es gibt hier kein „rechts vor links“ (bzw. „links vor rechts“ wegen Linksverkehr). Meist hupt einer und der hat Vorfahrt. Oft wird der Verkehr auch von
Polizei geregelt. Besonders zu Stoßzeiten sperren sie Auffahrten oder Kreuzungen (die Abzweigungen) um den Verkehr ein wenig zu entlasten. Dies scheint ganz gut zu funktionieren. Jedoch muss man wirklich jede Lücke nutzen. Mit einer „deutschen“ Fahrweise bräuchte man sicher das Doppelte an Zeit. Die Motorcycles sind auf Autobahnen verboten. Und das aus gutem Grund. Diese fahren kreuz und quer durch den Verkehr. Ist der Verkehr dann einmal zum stehen gekommen finden sich auch sofort rechts und links Straßenhändler ein die einem essen und trinken anbieten. Die wird von den Autofahrern auch gern in Anspruch genommen.

Tag 15 - 16.09.2004


Gestern hatten wir dann nun unsere erste Kakerlake im Haus. Riesengroß aber ansonsten recht ruhig. Wie ein großer Käfig. Letzten Endes haben wir uns dann aber doch für die Tötung entschieden, da es sicher nicht gut ist wenn sie hier ihre Eier legt. Als „Waffe“ hatten wir eine Sprühdose Autan und ein Feuerzeug. Ich denke hinter her war sie gar ;)

Tag 16 – 17.09.2004

- Freitag

Heute waren wir (und alle anderen Deutschen Praktikanten in Jakarta) beim Vizebotschafter zu einem Empfang eingeladen. Es gab Unmengen Getränke und sehr leckeres essen. Ansonsten war es recht unspektakulär. Insgesamt waren 18 Deutsche Praktikanten und mehrere Deutsche Repräsentanten (von Instituten, Hochschulen und Ämtern) anwesend. Nach ein wenig Smalltalk, einer Rede des Vizebotschafters und einigen Getränken war auch schon alles vorbei. Wir haben noch die ehrenvolle Aufgabe erhalten eine Plattform für Deutsche Praktikanten in Indonesien zu erstellen. Da Till und ich dafür jedoch keine Zeit haben wird diese Aufgabe sicher Plew und Robert übernehmen.
Seit heute haben wir auch einen neuen Fahrer. Es ist der ehemalige Fahrer von Hr. Schütz (Chef von Merten in Indonesien). Man munkelt, dass der Chef mit seinem Fahrstil nicht einverstanden war und deswegen getauscht wurde. Wir sind mit dem neuen Fahrer zwar fast eine halbe Stunde eher da, dafür aber auch erheblich gefährlicher. Ich hoffe nur, dass er uns immer heil zu unserem Ziel bringt. Neben dem Blinker ist das Fernlicht die am häufigsten benutzten Schalter in dem Auto, eigentlich sind die immer in Betrieb. Und natürlich die Hupe, an die wir uns aber schon gewöhnt haben.

Tag 18 – 19.09.2004

– Sonntag

Nachdem wir nun schon seit gut zweieinhalb Wochen auf der „Insel“ wohnen wollten wir endlich auch einmal im Meer baden gehen. Der nächste Strand der uns empfohlen wurde ist bei Anyer, ein sehr beliebter Urlaubsort der Indonesier. Nach fast vier Stunden fahrt (wir holten noch Robert und Plew ab) kamen wir endlich in Anyer an. Auf dem Weg fuhren wir durch ein riesiges Industriegebiet (Krakatau Industrie). Der Anblick dieses Areals erinnerte ungemein an das Industriegebiet von Leuna. Das machte uns natürlich nicht große Hoffnung auf sauberes Wasser. Was ich vielleicht noch nicht erwähnt habe, was aber sehr auffällig außerhalb der Großstadt ist, sind die vielen vielen brennenden Müllberge. Es stinkt unerträglich wenn man durch die Rauchschwaden fährt. Die Indonesier scheinen überhaupt kein Umweltbewusstsein zu besitzen. Der Müll wird einfach in die Ecke geworfen und hat sich dann genug angesammelt einfach angezündet.
Bei der erst besten Hotelanlage („Anyer Cottage“) erkundigten wir uns nach den Preisen. Für ein Cottage (2 Doppeltbetten) verlangten sie 600.000 Rps. Ein wirklich fairer Preis für die sehr einladend wirkende Anlage. Wir ließen uns kurz durch das Gelände führen und schauten uns natürlich auch den Strand an. Dieser war zwar nicht wirklich Sauber aber auf jeden Fall zum baden gehen geeignet. In der Hoffnung noch eine bessere Bleibe zu finden fuhren wir noch ein Stück weiter. Bei der nächsten Anlage war der Preis schon bei 1.5 Mio. Rp, was uns dann doch etwas teuer erschien. So machten wir wieder kehrt und checkten im „Anyer Cottage“ ein (was sich später auch nicht als Nachteil erwies).
Unser Cottage war sehr geräumig und relativ sauber. Die Handtücher schienen jedoch nach dem letzten Besitzer nicht gereinigt wurden zu sein und einen prüfenden Blick auf die Bettwäsche ersparten wir uns lieber. Wir zögerten dann auch nicht lange und sprangen in die Badehose und ins Wasser. Dieses hatte angenehme schätzungsweise 26° Grad. Dieselbe Temperatur wie das „kalte“ Wasser aus dem Wasserhahn. Enttäuschenderweise war das Wasser aber nicht so klar wie ich es erwartet hatte. Wenn man sich jedoch die Flüsse rund um Anyer anschaut die in das Meer münden wundert das einen nicht. Das Wasser war außerdem von einem leichten Benzingeruch begleitet. Trotz alle dem war es sehr schön im Sand zu liegen und sich die Sonne auf den Bauch brennen zu lassen. Es dauerte nicht lange dann kamen auch die ersten Handcraft Verkäufer und boten uns Bananen, Chips, Kokosnüsse, Bastmatten, Surfbretter und verschiedenes mehr an. Die meisten ließen sich durch ein „Tidak ada“ wieder vertreiben. Die Frauen die uns Massagen anboten ließen sich jedoch nicht so leicht abwimmeln. Till hat sich dann mit einer für den nächsten Tag „verabredet“ und den Preis noch auf 15.000 Rps herunter gehandelt. Ich habe auch festgestellt, wenn man den Leuten keine Beachtung schenkt gehen sie auch schnell wieder. Im Großen und Ganzen war es aber noch erträglich. Nach dem de Sonne unter gegangen war (merkwürdigerweise ein ganzes Stück über dem Meer) fuhren wir mit dem Angkot (diese Kleinbusse die man überall antrifft) weiter Richtung Anyer, in der Hoffnung, ein nettes „Rumah makan“ (Restaurant) zu finden. Wir fanden dann auch ein Chinese Food wo man die Wahl zwischen S, M, und L Gerichten hatte. Das war natürlich genau nach unserem Sinn. Das essen was wir dann bekamen war auch wirklich Large. So satt war ich nach einer Bestellung noch nie! Da Plew hier auch mal Gelegenheit hatte ein Foto der Toilette zu schießen möchte ich dieses nun auch hier einmal genauer erwähnen. Diese Asiatischen Toiletten findet man so gut wie überall. Klopapier sucht man dort vergeblich. Die besseren Toiletten haben wenigstens noch einen Schlauch, diese hier nur einen Eimer Wasser mit Schöpfkelle (also immer kurz geschnittene Fingernägel und nach dem essen auf Toilette gehen ;) )

Strand von Anyer

Eines der Flüsse die in das Meer münden

Die Handcraft Verkäufer und die vier „Massage“ Frauen

Eine typische Asiatische Toilette mit Mandi (Eimer Wasser und Schöpfkelle), nix mit Klopapier….
Zurück in der Anlage gingen wir in den mittlerweile leeren Hotelpool und feierten mit ein paar Anker (indonesisches Bier) in Plew seinen Geburtstag hinein. Nachts auf unserem Balkon beobachteten wir noch wie ein Gecko versuchte eine kleine Kakerlake zu verspeisen. Die Geckos geben wirklich merkwürdige Geräusche von sich. Diesen Geräuschen verdanken sie auch ihre Namen. Es klingt nämlich wie „Gecko“.

Tag 19 – 20.09.2004

– Montag

Den Tag der großen Wahl in Indonesien wollten wir komplett am Strand verbringen. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück (natürlich Nasi Goreng und Mie Goreng) sprangen wir auch gleich ins Wasser. Begleitet von „Mister, Mister“ versuchten wir und ein wenig zu
entspannen. Von einem Kokosnuss Verkäufer ließen wir uns dann doch dazu überreden diese zu probieren. Mit einer Machete öffnete er diese und wir konnten den Kokosnusssaft mit einem Strohhalm trinken. Es hat aber nicht wirklich gut geschmeckt. Da wir keine Löffel oder ähnliches zur Hand hatten konnten wir leider das Fruchtfleisch nicht essen. Dafür stellten sich die Ziegen die hier wie in Deutschland die Katzen herumlaufen, umso geschickter an.

Die Ziegen essen hier alles. Auch brennende Müllhaufen…
Am frühen Nachmittag gaben wir unser Cottage wieder ab. Zu unserem großen Erstaunen wartete bereits unser Fahrer, den wir für 17 Uhr bestellt hatten, auf uns. Auf einem Zettel teilte er uns in Englisch mit, dass er die Nacht hier verbracht hat, da er kein Geld hatte!? Verstanden haben wir nicht wirklich was er damit meinte. Hätten wir das eher gewusst, dass er die Nacht in Anyer verbringt hätten wir mit ihm gestern Abend noch mal in die Stadt fahren können. Aber eine Verständigung mit ihm gestaltet sich als sehr schwierig. Wir können kein Indonesisch und er kein Englisch. Da er aber nun einmal da war nutzten wir die Gelegenheit und fuhren noch mal in Richtung Cirata (oder so ähnlich). Laut Reiseführer ist es dort sehr empfehlenswert zum baden. Als wir jedoch dort ankamen sah es alles andere als nach Tourismus aus. Viele Hotelanlagen waren verlassen. Das ganze Dorf sah sehr heruntergekommen aus. Wir waren also sehr froh, dass wir gestern doch nicht wie geplant gleich hier hin gefahren sind.
Abends wieder in BSD angekommen hat unser Fahrer noch den Schlüssel im Auto liegenlassen und die Türen geschlossen. Es war wohl nicht so sein Tag, mal ganz davon abgesehen, dass er wie der Henker gefahren ist. Mit einem dünnen langen Holz war die Tür jedoch ruck zuck wieder auf. Was uns zeigte, das Kijang nicht wirklich einbruchsichere Fahrzeuge herstellt.

Tag 20 – 21.09.2004

– Dienstag

Heute haben wir ein paar Eindrücke von der Wahl in Indonesien erhalten. Jeder Indonesier der hier wählen geht bekommt seinen Finger eingefärbt. Dieses lässt sich erst nach einigen Tagen abwaschen. Damit wird verhindert, dass man mehrmals Wählen gehen kann. In Indonesien kann man sich Amtliche Dokumente (Ausweis, Führschein, etc.) mehrmals Ausstellen lassen. Es ist also nicht schlimm wenn man wegen eines Verkehrsdeliktes seinen Führerschein abgeben muss. Man macht einfach einen neuen. Und dies ist nicht so umständlich wie in Deutschland. Eine Fahrt, ein bisschen Geld und man bekommt einen neuen Führerschein.

Tag 21 – 22.09.2004

– Mittwoch

Es ist nichts wirklich Aufregendes passiert. Ich erwähne diesen Tag aber trotzdem, da wir abends auf dem Pujasera Circus (Pujasera heißt übersetzt „Platz wo man vieles finden“) Froschschenkel gegessen haben. Es gab ca. 20 kleine frittierte Schenkelchen auf der Platte. Es aber nicht sehr viel. Sie kamen mini Hühnerschenkel sehr ähnlich. Auch das Fleisch hatte keinen besonderen Geschmack. War aber erheblich zarter als Huhn. Es war auf jeden Fall kein Fehlgriff, vor allem weil das ganze nur 1,50 € gekostet hat.

Tag 22 – 23.09.2004

– Donnerstag

Heute Abend hat Didi seinen Geburtstag gefeiert. Er ist Montag (glaube ich) 28 Jahre alt geworden. Unsere Freunde hier sind überhaupt alle älter als wir. Es gab natürlich Sate, Reis und Soto Ayam. Es war im Großen und Ganzen recht lustig. Aber mit der Zeit auch anstrengend, weil die Unterhaltung nur in gebrochenem Englisch ablief.

Tag 24 – 25.09.2004

– Samstag

3:30 Uhr aufstehen ? Das war nicht wirklich eine angenehme Zeit. Aber da unser Flug schon 6 Uhr morgens nach Yogyarkata startete kamen wir nicht drum herum. Im Soekarno Hatta verlief das einchecken völlig Problems. Die Sicherheitsvorkehrungen waren ähnlich denen vor den Mall’s. Nach einer weiteren Stunde Wartezeit, da der Flieger aus uns unbekannten Gründen nicht planmäßig starten konnte, konnten wir unsere MD 77 besteigen. Ein altes verbeultes Flugzeug der Lion Airs Fluggesellschaft. Nicht sehr Vertrauens erweckend aber dafür billig (440.000 Rp. Hin- und Rückflug). Nach einer Stunde Flug sind wir dann endlich in Yogyarkata gelandet. Vom Flieger aus sah man überall die kleinen Eingeschossigen Häuser. Wolkenkratzer gibt es hier gar keine. Die Stadt hat ca. 600.000 Einwohner. Dementsprechend ist auch die Luftverschmutzung dort bei weitem nicht so schlimm wie in Jakarta. Auffällig ist, dass hier jeder Mopedfahrer incl. Beifahrer einen Helm trägt. Die Polizei ist wohl sehr viel strikter (jedoch genauso Korrupt wir überall hier). Man sieht hier auch keine Ojek’s oder Angkot’s. Aber dafür diese Fahrradtaxis. Die Stadt ist zwar nicht sehr bergig ich kann mir jedoch vorstellen das der Fahrer ganz schön ins schwitzen kommt, wenn er zwei große Europäer transportieren muss.
Am Flugplatz empfing uns der Vater von Ericos Frau. Hier trennten wir uns dann. Erico und wir vier sind zu dem Auto des Vaters und nun konnte es auch losgehen. Ericos Familie hatte uns noch ein paar Brötchen und Getränke ins Auto gelegt. Das hat uns riesig gefreut, da der kleine Snack im Flugzeug nicht wirklich einladend war. Es gab Longtong (mit irgendeiner Füllung wie wir später erfahren hatten) und Karamelstückchen. Der/ Das Longtong sah aber nach dem Auspacken sehr unappetitlich aus (überall braune stellen etc.) und so ließen wir lieber die Finger davon.
Unser erstes Ziel in Yogya war der Hinduistische Tempel. Es soll der größte von Ostasien sein. Der Eintritt kostete für Studenten 6 € und normal 9 €. Für die Verhältnisse hier ganz schön happig. Erico hat jedoch eine Karte für 70 Cent bekommen. Einheimische Preise…
So genau möchte ich jetzt auf die Tempelanlage nicht eingehen. Das kann man bei Interesse auch im Reiseführer nachlesen. Wir haben noch einen Reiseführer der der Deutschen Sprache mächtig war, genommen und uns durch
die Anlage führen lassen. Sein Deutsch war aber so schlecht und schnell, dass es nicht leicht war ihm zu folgen. Der Hinduismus ist dem Buddhismus sehr ähnlich. Wiederauferstehung, Reinigung von den Sünden und am Ende das Nirwana.
Als nächstes Ziel stand der Sultanspalast auf der „Liste“. Yogya wurde früher von einem König (Sultan) regiert. Leider war der Palast das Wochenende geschlossen, da Montag irgendwelche Feierlichkeiten zu ehren des Sultans stattfinden. So gingen wir erst einmal in ein nahe gelegenes Kutschenmuseum. Dort waren die Kutschen der Königlichen Zeit ausgestellt. Es war auch eine Deutsche (aus Berlin) dabei. Aber der größte Teil war Holländischer Herkunft. In dem Museum nahmen wir uns einen Führer der uns ein Haufen
über die 16 vergangenen Sultane und dessen Kutschen erzählt hatte. Danach wurden wir von ihm in ein nahe gelegenes Haus geführt. Dort malten zwei Frauen Batik Bilder. Es waren auch ein zwei schön dabei aber für 60 € doch etwas zu teuer. Aber wir konnten wenigstens sehen wie dieses Batik original erstellt wird. An einem Stab ist vorn ein Behältnis ähnlich einer sehr sehr kleinen Gieskanne befestigt. Dahinein kommt die heiße Farbe und durch den Züttich wird die Farbe auf den Stoff gegeben (ähnlich wie mit einem Tintenstift). Je mehr kleine Punkte gemalt werden desto teuerer ist das Bild.
Danach wurden wir in den Taman Sari geführt. Das ist das Königinnen Bad. Es gab hier drei große Bassins. Die beiden vorderen waren für die Frauen des Sultans (der letzte Sultan muss wohl an die 40 gehabt haben). Danach kam ein Turm mit einem Schlafzimmer und Umkleide im darunter. Dahinter befand sich das Bassin des Sultans. Sinn und Zweck der ganzen Sache war, das die Frauen in ihrem Becken schwammen und sich zeigten, der Sultan ging dann auf den Turm, suchte sich eine Frau aus, ging mit ihr in sein Bassin ein wenig schwimmen und danach in das Schlafzimmer um sich auf die Nacht im Sultanspalast einzustimmen. Die Anlagen des Sultans waren alle mit unterirdischen Gängen verbunden. So konnte er im Kriegsfall von einer Stelle zur anderen gehen ohne in Gefahr zu geraten. Diese Tunnel konnte man zum großen Teil

ebenfalls anschauen. Nach einem sehr leckern Essen in dem Restaurant von Ericos Familie ging es mit dem Auto in Richtung Indischen Ozean. Dieser unterscheidet sich schon erheblich von dem Javameer bei Anyer. Riesige Wellen, 100% Luftfeuchtigkeit und kaltes Wasser. Der Sand war schwarz und nicht Weiß. Nach dem wir dem Sonnenuntergang zugeschaut haben ging es auch wieder zurück nach Yogya (ca. eine Stunde). Dort verabschiedeten wir uns von Erico und gingen ins Hotel uns frisch machen. Wir checkten bereits mittags im Hotel ein. Dieses Lag sehr Zentral gleich neben der Jl. Marlioboro. Diese Straße ist ähnlich einem Markt. Rechts und links hunderte von Mopeds und dahinter viele kleine Stände die Batik und vielen anderen Krims Krams verkaufen. Auf der suche nach einer kleinen Bar in der wir ein paar Bintang trinken konnten gingen wir durch das Zentrum von Yogya entlang dieser Jl. Marlioboro. Aber es war uns nicht möglich eine Bar zu finden. Nach dem wir einen Taxifahrer gefragt haben (Di mana Bar? Kita mau Bintang ?) fanden wir in einer kleinen Seitengasse eine sehr gemütliche, afrikanisch aussehende Bar. Der Besitzer konnte ganz gut Englisch und war gebürtiger Sumatra(ner). Er erzählte, dass er mit einem Kanu von Sumatra nach Java geschippert ist. Ansonsten war er sehr lässig drauf. Über all in der Bar standen Bob Marley Aschenbecher und auch alles andere sah sehr nach Magic Mushroom aus. Natürlich erzählte er uns auch wo es hier den nächsten Straßenstrich gibt. Nicht das wir wirklich Interesse an so was hatten aber anschauen wollten wir uns das mal. So gingen wir die Straße weiter und dann in eine kleine Seitengasse. Nach ein paar Metern wurde uns das ganze aber zu unheimlich und so machten wir wieder kehrt und fuhren mit einem Fahrradtaxi zurück ins Hotel.

Tag 25 – 26.09.2004

– Sonntag

Heute stand Boro Bogur (ist sicher falsch geschrieben) auf dem Programm. Dies ist der größte Buddhistische Tempel. Diesmal nahmen wir eine englische Führung in Anspruch, da wir von dem Deutschen wenig verstanden hatten. Sie erklärte uns kurz die Geschichte von Buddha und führte uns durch die Anlage. Es war sehr interessant. Aber auch vieles kaputt. Von den vielen hundert Buddha Statuen waren vielleicht maximal 20 mit Kopf.
Den Rest haben die Indonesier verkauft um Geld für Ihre Befreiungskämpfe zu erhalten. Dies ist aber schon lange her und heute sind sie auch darauf bedacht die Anlagen zu schützen. Nachdem wir uns durch die Massen von Handcraft Verkäufern gezwängt haben fuhren wir zu dem Anwesen von Ericos Onkel. Ein riesiges Haus am Fuße des Berges Merapi (ja, er heißt genau so wie die Software Firma). Im Hof züchtet er Schildkröten, Fische und hunderte von Hühnern. Die eine Schildkröte war schon über 50 Jahre alt. Nachdem wir auch dem Rest der Familie vorgestellt wurden fuhren wir gemeinsam essen.
Das Restaurant war außerhalb und mitten im grünen gelegen. Es bestand aus einem Haupthaus und dahinter waren viele kleine künstliche Teiche voll mit Fischen. Über den Teichen waren kleine Hütten auf Stelzen (ohne Wände) in denen man typisch mittel Javanisch auf dem Fußboden sitzt und isst. Auf der Speisekarte stand fast ausschließlich Fisch (und natürlich Huhn) der unter und ringsum einem Schwamm.
Als das Restaurant vor einigen Jahren eröffnet hat konnte man den Fisch den man essen wollte selber Angeln! Die Fische waren allesamt verschieden zubereitet. Eine Sorte konnte man komplett mit Kopf und allem essen und dieser Fische war bestimmt 10cm groß. Das Huhn wurde ebenfalls mit Kopf serviert. Während ich diese Zeilen schreibe erlebe ich meinen ersten Monsunregen hier in Indonesien (zum glück im Auto). Er ist ähnlich einem kräftigen Sommerregen und der Verkehr kommt dadurch natürlich nahezu zum erliegen. Wenn man sich die Reifen ohne Profil hier anschaut wundert einen das auch nicht.
Nach dem essen fuhren wir dann in Richtung des Berges Merapi (zu zehnt in einem Kijang, ähnlich dem VW vom Papa). Leider war der Berg komplett im Dunst verschwunden, so konnte man nicht viel davon sehen. Der Berg hatte seinen letzten Ausbruch vor vier Jahren. Es wurden auch Bergtouren angeboten aber aufgrund unserer knapp bemessenen Zeit in Yogya konnten wir an diesen nicht teilnehmen. Unser letztes Ziel an diesem Tag sollte dann Silver City sein. Dies ist eine kleine Stadt (oder ein Stadtteil von Yogya) in der viele kleine Läden Silber verkaufen. Leider hatten die meisten Geschäfte geschlossen (wahrscheinlich weil Sonntagabend war) und so haben wir nicht wirklich was Brauchbares gefunden.
Zum Abendessen wollten wir Schildkröte probieren. In einem netten Restaurant (namens Kobra) gab es auch laut Karte Schildkröten und Skorpione aber leider waren die ausverkauft. So probierten wir Kobra. Geschmeckt hat sie eigentlich nur nach der etwas süßlichen Soße und zu beißen war sie wie Tintenfisch. So eigenartig bissfest. Im Großen und Ganzen recht lecker aber nicht wirklich außergewöhnlich.

Tag 31 – 02.10.2004

– Samstag

Unser heutiges Ziel ist Grogol. Dies ist ein Stadtteil von Jakarta, nördlich vom Monas und sehr gut mit dem Transjakarta zu erreichen. Wir hatten bereits von vielen Indonesiern erfahren, dass man dort alles möglich an elektronischen Geräten kaufen kann. Das Gelände war jedoch so groß, dass wir erst einmal fast 2 Stunden an Ständen mit Dichtungen, Rohren, Bohrmaschinen und allen möglichen Kleinkrams vorbei sind. Im elektronischen Bereich für
PC und Multimedia angekommen waren wir schon positiv über die menge an neuen Artikeln überrascht. Man konnte wirklich so gut wie alles finden. Von Digitalkameras, DVD-Playern, Handys bis hin zu Druckerpatronen und Spielekonsolen. Die Preise waren jedoch denen in Deutschland ähnlich. Die Verkäufer waren auch nicht so aufdringlich wie es uns im vor hinaus erzählt wurde. Nach einem kräftigenden essen, welches stark nach vergammelten Fisch gerochen hat fuhren wir zurück in die Innenstadt zum Plaza Indonesia. Dies ist ein riesiges Kaufhaus der etwas besseren Sorte. Dort konnte man auch Geschäfte von Gucci usw. finden. Natürlich mit Originalen. Unser Ziel war das Hardrockcafe im Plaza. Dieses ist sicher ähnlich den Hardrockcafes in anderen Hauptstädten. Glücklicherweise war heute der 12. Geburtstag des Cafes und so gab es alles zum halben Preis. Nach einem leckeren Hardrock Stinger Cocktail trafen wir uns mit Basir (einem Mitarbeiter aus Merapi). Mit ihm und seiner Freundin fuhren wir zuerst zu einem Footsal Spiel (Hallenfussball). Die Mannschaften wurden aus verschiedenen Offices gebildet. Da das Office von Basirs Freundin jedoch erst spät dran war fuhren wir in ein Bowling Center und spielten zwei Runden (für umgerechnet 42 €!). Da Basir uns als Club für heute Abend das Hardrock Cafe empfiehl fuhren wir wieder hin. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch eine Straße wo rechts und links leicht begleitete Frauen standen. Ähnlich wie in Berlin nachts die Nutten. Der große Unterschied dazu ist hier jedoch, dass das keine Frauen sind sondern Transen (halb Frau, halb Mann). Von weitem ist das jedoch nicht zu erkennen. Als Fremder könnte man leicht annehmen, dass man hier eine schnelle billige „Nummer schieben“ kann. Jedoch würde man, wenn „sie“ sich entkleiden einen riesigen Schreck bekommen ;). Bei manchen sah man jedoch bei genauerem hinschauen auch an den Gesichtszügen das es Männer waren, jedoch nicht bei allen. Basir erzählte uns, das diese „Frauen“ einem für wenig Geld vortanzen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So hielten wir bei einer kleineren Gruppe und zückten die Kameras. Dies stellte sich jedoch als großer Fehler heraus. Am ende bezahlten wir 30.000 Rp und haben nichts davon gehabt, da die „Frauen“ etwas sauer geworden sind. Basir meinte, dass wir an die falschen gekommen sind und dies sonst eigentlich anders abläuft. Dann ging es weiter zum Hardrock Cafe.
Im Gegensatz zum Nachmittag war es sehr voll, so dass man am Einlass anstehen musste. Der Eintrittspreis hing von den bestellten Getränken ab (die Bestellung musste man am Eingang machen). Die Musik war alles andere als Rock und zum größten Teil von einer Band live performed. Da sie auch einige Hip Hop Lieder brachten hat es mir sehr gut gefallen. Man muss sagen, dass die Indonesier sehr gut feiern können. In Deutschland wäre bei dieser Musik die Tanzfläche leer gewesen. Da Basir müde war und es ihm glaube ich nicht so gefallen hat fuhren wir nach Puncak. Das liegt auf einem Berg östlich von Jakarta. Nach gut zwei Stunden Fahrt, erreichten wir es. Puncak heißt der Berg sowie auch die kleine Stadt an dessen Fuß. Puncak ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Bewohner von Jakarta. Hier ist es nicht so voll, bessere Luft und nicht so heiß. Es war sogar so kalt das man im T-Shirt gefroren hat. Ich schätze mal auf so 20° C. Dort oben aßen wir noch traditionelle gebratene Maiskolben (natürlich auch Pedas <- scharf).
Als es langsam heller wurde und wir beinahe zu Eis geworden sind fuhren wir wieder zurück. Auf halben Weg ist Basirs Freundin aufgefallen, dass sie ihr Portemonnaie oben auf dem Berg liegen gelassen hat. So fuhren wir noch einmal zurück. Das Portemonnaie war natürlich nicht mehr da. So ging es dann mit etwas bedrückter Stimmung zurück nach Jakarta. Da es nun auch hell war, konnte man riesige Teefelder rings um den Puncak erkennen. Dies sieht sehr schön aus. Wie ein großer grüner Teppich, jedoch war ich zu müde um ein Foto zu machen. Um sieben Uhr morgens in Jakarta angekommen nahmen wir uns ein Taxi und waren dann eine Stunde später endlich zu Hause.

Tag 39 - Freitag, 08. Oktober 2004


Fritz, ein Freund von Erico, hat uns heute wieder einmal in das Score eingeladen. Dort hatte jemand eine große Couch und Billardtisch reserviert. Getränke und essen waren all inklusive. So weit wir gehört haben soll der ganze Spaß wohl 1 Mio. Rp gekostet haben. Die Indonesier haben das kostenlose trinken auch wirklich gut ausgenutzt. Es sind sicher 20 Pitcher Bier und 5 Flaschen Weinbrand leer gemacht worden. Im Großen und Ganzen war es aber recht sinnlos.

Tag 40 - Samstag, 09. Oktober 2004


Die SGU hat für dieses Wochenende einen Ausflug nach Anyer geplant (ins Blue Hill Ressort). Der Anlass dafür war die Verabschiedung der ersten Bachelor graduierten (die SGU gibt es erst seit 4 Jahren). Insgesamt waren sicher 50 Studenten der SGU dort vertreten. Nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag waren ein paar Spiele wie Tauziehen, Volleyball usw. geplant. Abends gab es Barbecue (gegrillten Fisch und Würstchen am Spieß) und wieder Spiele die aber mehr an einen Schulausflug erinnerten. Überhaupt war der ganze Ausflug mehr eine Klassenfahrt als ein treffen von Studenten. Alkohol war strikt verboten (zu unserem bedauern). Die Büchse Bintang, die wir an einem kleinen Stand an der Straße ergattern konnten mussten wir in einer dunklen Ecke trinken, damit die anderen Studenten (auf ausdrücklichen Wunsch der Verantwortlichen Studentin) nichts davon mitbekamen. Dabei war ein Großteil der Studenten über 25 Jahre alt.

Tag 41 - Sonntag, 10. Oktober 2004


Diesen Tag wollten wir noch einmal ausgiebig am Strand verbringen. Da wir jedoch schon mittags auschecken mussten fuhren wir mit dem Bus der SGU ein Stück mit und stiegen am nächsten größeren Strand wieder aus. Da uns auch noch einige Studenten begleiten wollten trafen wir uns mit ihnen (die meisten sind mit eigenen PKW angereist) am Strand. Zumindest war das so geplant. Die Indonesier (zumindest die jüngeren) sind jedoch mehr als planlos. Sie meinten, dass es zu teuer wäre an den Strand zu gehen und dass einer von ihnen einen Pool zu Hause hätte. Da es ihrer Meinung nach nur 15 Minuten bis dorthin ist ließen wir uns dazu überreden und fuhren los. Es stellte sich jedoch heraus, dass es mehr als eine Stunde fahrt war. Auf Grund der ewigen Warterei kamen wir gegen 16 Uhr bei ihm zu Hause an. Der Pool war ähnlich einem kleinen Schwimmbad und war für das komplette Wohnviertel. Jedoch war es sehr sauber und leer und so waren wir nur ein wenig über die verlorene Zeit verärgert. Bevor wir dann den Heimweg antraten wurde uns noch eröffnet, dass die Benutzung des Pools für uns pro Person 25.000 Rp kostet. Natürlich nur für die Boleh’s (weißen). Unterm Strich war der Tag also komplett daneben aber als Erfahrung konnten wir mitnehmen, dass die Jugendlichen hier (unter 24 Jahren) wirklich noch mehr Kinder sind mit denen man nicht viel anfangen kann.

Tag 47 - Samstag, 16. Oktober 2004


Für dieses Wochenende war eigentlich Paintball und Rafting geplant. Da wir dieses jedoch auf zwei Wochen später verschoben haben versprach dieses Wochenende nicht sehr ereignisreich zu werden.
Hinzu kommt noch, dass gestern der Ramadan begonnen hat und somit jegliches „Spaßhaben“ verboten ist (auch nachts wie wir noch erfahren sollten). Wir beschlossen nach Jakarta zu fahren und dort die Clubs ab zu checken. Kurzfristig fuhren wir noch vorher mit Erico zu einem Krokodil Park (Taman Crocodile). Dieser hatte jedoch ärgerlicherweise geschlossen (ob wegen Ramadan oder weil es schon so spät war wussten wir nicht). Gegen 18 Uhr ging es dann mit dem Bus nach Jakarta. Da wir es verpeilt hatten dem Fahrer rechtzeitig zu sagen dass wir am Monas aussteigen wollen fuhren wir bis zur Endhaltestelle nach Blok M. Da wir schon einiges über Block M gehört hatten und der Plan für heute Abend eine „Dönerbude“ in Blok M vorsah war es jedoch glücklicher Zufall. Blok M ist ein großes Wohnviertel für die ärmeren Bewohner Jakartas (jedoch nicht die ärmsten, diese Wohnen am Hafen). Jedoch sah es erheblich besser und sicherer aus als wir gedacht haben. Gleich neben dem Busbahnhof war ein riesiger Markt, größtenteils mit Klamotten und natürlich Essen (da es nach 18 Uhr war, war essen nicht mehr verboten). Wir zwei „Bolehs“ schlugen nun unseren Weg durch die vielen Stände auf der suche nach dem Blok M Plaza (Plaza ist ein Begriff für ein großes Kaufhaus, so gut wie jedes Viertel hat ein Plaza: BSD Plaza, Plaza Indonesia usw.). Von überhall her wurden wir freundlich begrüßt und neugierig beäugt. Im Plaza angekommen warteten wir auf Robert und Stefan und ihre Freunde. Das nächste Ziel war ein Dönerladen. Dort bekam man das Dönerbrot, Salat und das Fleisch (Hühnchen oder Lamm) auf einem Teller serviert (natürlich mit Sambal-Soße) und konnte dann seinen Döner selber bestücken. Da zu Ramadan so gut wie alle Clubs oder Discos geschlossen haben, war die Auswahl nicht so groß. Die Freunde von Robert luden uns ins Zen, eine Tabledance Bar ein. Der Eintritt kostet normalerweise 50.000 Rps welche uns aber glücklicherweise erlassen wurden. Die Mädels konnten aber überhaupt nicht tanzen. Ich nehme an, dass es in dieser Bar auch nicht ums tanzen ging, sondern eher darum, dass sich die Mädels zeigen und man sich dann eine aussuchen kann, um mit ihr gegen ein gewisses Entgelt (mehr als 1 Mio.) „spaß“ zu haben. Damit wir diesen Abend noch einen richtigen Clubs besuchen konnten fuhren wir zum Blow Fish. Dieser hatte zwar geöffnet, jedoch war es den Security’s scheinbar zu „heiß“ so viele weiße herein zu lassen. Der Grund hierfür ist, dass zu Ramadan einige Muslimische Extremisten in Gruppen (ca. 100 Mann) durch die Stadt laufen und jeden geöffnet Club gewaltsam räumen. So fuhren wir dann enttäuscht wieder zurück nach Hause.

Tag 48 - Sonntag, 17. Oktober 2004


Kurzfristig haben wir uns dazu entschlossen den Taman Sapari (Safari) zu besuchen. Jedoch sollte auch dies nicht erfolgreich enden. Wir schreiben Mr. Rohman (unserem Fahrer) nachts eine SMS, dass er uns 12 Uhr abholen soll. Am nächsten morgen schrieb er uns dann, dass unser Auto nicht zur Verfügung steht, da der Chef von Merten Deutschland für vier Tage in Indonesien weilt. Somit war die Sache für uns erledigt (Tidak mobil, tidak Taman Sapari) und wir schliefen weiter. Gegen Mittag kam dann Mr. Rohman jedoch noch persönlich bei uns vorbei um uns die Tatsache zu erklären (natürlich auf Indonesisch). Ich habe aber nicht verstanden wieso er sich die Mühe gemacht hat, extra mit dem Bus zu uns nach Lembah Hijau zu kommen (der Arme besitzt weder Auto noch Moped). Vor allem da er in Blok M wohnt und von uns aus mit dem Bus mindestens zwei Stunden bis dorthin unterwegs ist.

Tag 52 - Donnerstag, 21. Oktober 2004


Heute Abend feierten wir den Abschied von Nonot. Dieser fliegt am Samstag für einen Monat nach Japan. Lustigerweise kann er kein Wort Japanische und so gut wie kein Englisch. Die Party fand wie jedes Mal vor Ericos Haus statt. Diesmal gab es jedoch nicht das übliche essen (Sate und Soto) sondern als Appetizer Kolak, als Hauptgericht Reis mit gekochtem Huhn und mitteljavanischen Gemüse. Das Kolak hat wahrlich grausig geschmeckt. Es war auch ähnlich einer Suppe mit gekochten Bananen, irgendeiner Wurzel (ist ein bisschen ähnlich der Möhre schmeckt aber überhaupt nicht) und irgendwelchen chemischen Gummikugeln. Aber der Gastfreundlichkeit wegen habe ich mir die ganze Schüssel hineingezwungen. Dafür ging es mir dann auch den ganzen Abend im Magen rum. Zur Krönung war die Nachspeise wieder etwas recht unappetitliches. Warmes Ginger mit wieder diesen Gummikugeln. Diesmal habe ich jedoch wirklich nur gekostet und dann dankend abgelehnt. Zum Glück konnte ich es auf einen vollen Magen schieben ;)
Ansonsten war die Party recht unspektakulär. Es waren an die 20 Leute da, wobei jedoch nicht jeder englisch konnte und so beschränkten wir uns auf Gespräche mit unseren Freunden.

Tag 54 - Samstag, 23. Oktober 2004


Eigentlich begann unser Ausflug bereits am Freitag. Gegen 23 Uhr fuhren wir in Richtung Sumatra. Dies ist eine nördlich von Java gelegene große Insel. Wir sind also zuerst ca. 200km nach Merak (in der nähe von Anyer) gefahren und von dort weiter mit der Fähre (ca. 40km – zwei Stunden) nach Bakauheni. Die Fähre machte jedoch entgegen aller Berichte einen sehr guten Eindruck (für hiesige Verhältnisse). Ganz unten im „Bauch“ des Schiffes waren die LKWs untergebracht und eine Etage darüber die PKWs. Oben auf Deck der Fähre gab es einen kleinen Imbissstand und überdachte Bänke zum sitzen, schlafen und essen. Nach unserer Ankunft auf Sumatra ging es mit dem Auto weiter zur nächsten Küste. Da Erico auf Sumatra (Lampung) aufgewachsen ist hatte er die schönsten Plätze für uns herausgepickt. So konnten wir den Sonnenaufgang an einem weißen Strand mit blauem Wasser betrachten. Jedoch waren auch hier die Suren der gewissenlosen indonesischen Zivilisation unverkennbar. Überall lag Müll herum. Da die Außentemperaturen einen jedoch nicht zum baden animieren konnten (obwohl das Wasser angenehm warm war) fuhren wir weiter zum nächsten Strand. Dort angekommen ließen wir uns von einem kleinen Motorboot zu einer vorgelagerten Insel fahren. Auf dem Weg konnten wir durch einen Glasschaukasten das Leben im Meer betrachten. Jedoch war es nicht so farbenfroh wie man es aus dem Fernsehen her kennt. Es gab nur wenige kleine Fische und ein Haufen grün-weiße Korallen. Wegen eben dieser war es am Strand auch unmöglich tiefer in das Wasser zu gehen ohne sich die Füße blutig zu laufen. An einem Felsen versuchte ich mich noch im Freiklettern. Auf dem Rückweg sprangen wir noch mal vom Boot aus ins Wasser und fuhren dann ins Sahid Krakatau Hotel. Dieses wurde im Reiseführer mit einem schönen Strand beschrieben. Die Wirklichkeit sah jedoch sehr ernüchternd aus. Ringsherum waren Fabriken und der Strand war bereits vor einem Jahr von der Regierung zugeschüttet worden um das Land vor dem Wasser zu schützen. Ein gutes konnten wir dem Hotel jedoch abgewinnen, es gab warmes Wasser! Nicht das man bei der Hitze unbedingt warm duschen wollte, jedoch ist es sehr angenehm nach bald zwei Monaten mal wieder warm zu duschen.
Da wir seit gestern Abend nichts Warmes mehr gegessen hatten ließen wir nicht viel Zeit verstreichen und fuhren zu Ericos Familie zum Mittagessen. Diese Empfing uns sehr herzlich und nach einer kurzen Begrüßung konnten wir uns gleich auf das essen stürzen. Es gab mehrere verschiedene Fischsorten, Reis allerlei Gemüse und zum Nachtisch gebackene Bananen. Gut gestärkt ging es dann mit Ericos Familie zu einem nahe gelegenen Fischerdorf. Jedoch war der Rundgang über den dort sehr bekannten Fischmarkt nicht angenehm. Zum einen, war der Gestank nach vergammelten Fisch an manchen Stellen dermaßen groß, dass man um Atem ringen musste und zum anderen waren wir die ersten Weißen die die Einwohner je gesehen hatten und so wurden wir auch begafft und aus allen Ecken rief es uns „Boleh“ entgegen. Als ob wir nicht wüssten das wir weiß sind. Trotz dem, dass die Indonesier so gut wie immer sehr freundlich zu uns Ausländern sind und immer wieder ein Gespräch suchen (auch wenn das einzige englische Wort „Hey Mister“ ist) wird es manchmal wirklich nervig immer begafft und „Hey Mister“ oder „Boleh“ genannt zu werden. Nichtsdestotrotz war es sehr interessant auf dem Markt. Es gab sehr viele verschiedene Arten von Fisch und allesamt machten einen sehr guten und frischen Eindruck. Aber in Ermangelung an Kochgelegenheiten kauften wir keinen Fisch und begaben uns zurück zum Auto. Für den Nachmittag war eigentlich Schlangenblut und -gift trinken angesagt. Jedoch waren die Schlangen ausverkauft und so verschoben wir es auf Sonntag.

Abends waren wir wieder zum essen bei Ericos Familie eingeladen. Diesmal waren jedoch so gut wie alle seine Tanten + Familie anwesenden. Es waren bald 30 Leute in dem Haus. Da lernten wir auch mal Ericos Großvater kennen. Dieser ist bereits 100 Jahre alt und wirklich fit. Er läuft alleine rum und raucht wie ein Schlot. Nur hören konnte er schlecht und so war die Kommunikation, obwohl er gut Holländisch sprechen konnte fast unmöglich.
Zum Abschluss des Tages tranken wir in der Lobby des Hotels noch ein Bier (für fast 5€ ?). Begleitet von ermüdendem indonesischem Gesang.

Tag 55 - Sonntag, 24. Oktober 2004


Der Tag startete früh am morgen mit einem leckeren Frühstück. Frisch gebratenes Omelett (natürlich mit Chili), Mie Goreng und frisch gepressten Saft. Unser erstes Ziel dieses Tages sollte eine Kanufahrt sein. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir noch einen traditionellen chinesischen Friedhof. Dieser war an einem steilen Berg gelegen. Je reicher die Familien sind und je älter der tote desto höher liegt das Grab. Die Gräber haben eine beträchtliche Größe. Alle zwei Jahre werden dem Totem zu ehren vor dem Grab Papierhäuser und Papiergeld verbrannt. Außerdem wird frisches Obst hingelegt welches aber oft in der Nacht bereits von der ärmeren Bevölkerung weggegessen wird.
Weiter ging es an Bananenstauden und Kakaopflanzen vorbei zu einen kleinem Strandstück fernab von jeglicher Zivilisation. Auf Grund des flachen Wassers wateten wir bis zu dem ersten Fischerhaus im Wasser und paddelten von dort aus durch die Bucht.
Mittagessen gab es wiederum bei Ericos Familie. Auf dem Weg dahin kauften wir an die 20 Durian (Stinkefrucht) als Ausstand für unser erstes Gehalt. Da Till eine Wette verloren hatte (regardé heißt sehen und nicht lesen) musste er eine ganze Durian allein vertilgen. Da sie so schmeckt wie sie aussieht ist das nicht wirklich angenehm. Ich verstehe nicht, wieso fast alle Indonesier so auf diese Stinkefrucht abfahren. Man hat noch Stunden danach einen fauligen Geschmack im Mund. Wenn man mehr als drei davon isst bekommt man hinterher so etwas wie einen Kater. Ich für meinen Teil habe es beim probieren eines kleinen Stückes gelassen.
Die Rückfahrt war recht unspektakulär. Ich habe zum ersten Mal die Minibananen (zwischen 5 und 10 cm lang) probiert, welche sich umständlich schälen lassen und sich vom Geschmack nicht so viel von den normalen unterscheiden. Da wir erst im dunklen an der Fähre ankamen, konnten wir in der Mitte von Sumatra und Java, nur die Lichter von beidem Ufern sehen. Gegen 2 Uhr morgens kamen wir dann endlich zu Hause an.

Tag 61 - Samstag, 30. Oktober 2004


Der heutige Tag sollte bereits mit schlechten Nachrichten starten. Für dieses Wochenende war Paintball und Rafting in Arus Liar sowie Taman Safari in Puncak geplant. Da man für Arus Liar im Voraus bestellen musste begannen wir bereits zwei Wochen vorher mit der Planung. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir insgesamt 13 Leute zusammen (incl. uns 5 Deutschen). Im Laufe der restlichen Tage sprang jedoch einer nach dem anderen ab, so dass wir am Ende nur noch 6 Leute (nur ein Indonesier) waren. Auch wenn wir etwas enttäuscht waren wurde es noch ein gelungenes Wochenende.
Taman Safari ist wie ein großer Zoo. Jedoch mit dem Unterschied, dass die Tiere frei herumlaufen und ihren Kopf in das Autofenster stecken. Auf dem Weg dorthin sahen wir mehrere Stände (einer neben dem anderen) an denen Möhren verkauft wurden und wir wunderten uns, warum ausgerechnet hier. Im Taman Safari bekamen wir dann die Antwort. Die Möhren waren als Futter für die Tiere gedacht. Da wir jedoch keine hatten, stecken sie vergeblich ihre Köpfe ins Auto.
Es gab alle möglichen Arten von Tieren: Elefanten, Zebras, Seelöwen, Affen, Tiger, Löwen usw. Bei den gefährlichen Tieren war es jedoch verboten die Fenster zu öffnen und man musste eine Schleuse passieren. Natürlich gab es auch viele Attraktionen wie Löwenschau und andere Darbietungen zu sehen. Wir besuchten nur die Löwenschau und die Various Animal Show.


Diese Vorführungen waren ähnlich denen im Zoo. Abschließend fuhren wir noch mit der Seilbahn über das Gelände.
Abends fuhren wir dann mit den anderen, die wir irgendwo in Puncak aufgegabelt hatten, zur Villa von Newtons (Mitarbeiter von Merten) Schwester. Für das Barbecue hatten wir zuvor bereits in Jakarta eingekauft. Vier Kilo bestes Kanadisches Rindfleisch, Pommes, Kartoffeln und natürlich Bier! Da das Fleisch ein komplettes Stück war spielte Till Fleischer und zerkleinerte es in essbare Scheiben. In Ermangelung an geeigneten Gewürzen usw.
konnten wir das Fleisch nicht wirklich verfeinern. Außerdem war unglücklicherweise im kompletten Wohngebiet Stromausfall. So lief alles unter Kerzenschein ab. Was aber natürlich auch einen sehr romantischen Touch hatte (mit 6 Männern ?).

Tag 62 - Sonntag, 31. Oktober 2004


Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir morgens in Richtung Arus Liar. Das liegt zwischen Cicurug und Pelabuhan Ratu inmitten einer Gebirgskette.
Da es das erste Mal war, dass wir Puncak bei Tage sahen hatten wir die Möglichkeit endlich ein paar Bilder zu schießen. Puncak ist eine Gebirgskette an deren Hängen größtenteils Tee angebaut wird. Die Spitze des Berges ist jedoch so gut wie immer in den Wolken
verschwunden. Da es hier für Indonesische Verhältnisse recht kalt ist, ist es ein beliebtes Ausflugsgebiet für die Bewohner von Jakarta und Umgebung. Selbst für uns war es nur im T-Shirt und kurzer Hose recht frisch. Der Weg nach Arus Liar war am Ende erheblich länger als wie gedacht hätten. Die Straßen waren allesamt in einem miserablen Zustand und mit Autos zugestopft. Eine Stunde später erreichten wir dann endlich unser Ziel. Glücklicherweise waren wir die einzigen, so dass unser zu spät kommen kein Problem war.
Zuerst war Paintball angesagt. Dieses fand auf einem Gelände (100m x 100m) im Urwald statt. Die Ausrüstung (Armeeklamotten, Schutzbrille und Gewehr) wurde von dem Veranstalter gestellt. Wir teilten uns in zwei Teams mit je drei Mann. Nach 20 Minuten und drei blauen Flecken mehr waren wir völlig erschöpft vom ducken, rennen und kriechen.
Die Abkühlung im „reißenden“ Fluss sollte jedoch nicht lange auf sich warten lassen. Mit Helm, Schwimmweste und Paddel bewaffnet schwangen wir uns ins Schlauchboot und los ging es. Das Wasser war jedoch nicht tief und schnell, so dass es keine große Herausforderung war. Aber für den Einstieg ins Rafting auf jeden Fall ausreichend. Es hat Lust auf mehr gemacht. Ich hoffe, dass wir in Bali noch einmal die Gelegenheit zum Rafting haben. Dort soll es besser sein. Außerdem ist dann Regenzeit und somit auch mehr Wasser im Fluss.
Zurück zum Start ging es dann auf der Ladefläche eines alten LKWs. Es war eine richtige Off Road Tour. Nur ein Durchlöcherter Feldweg, mitten durch den Dschungel. Schon allein diese Fahrt hat den Preis (240.000 Rp) gerechtfertigt.

Tag 68 - Samstag, 7. November 2004


Ich schlürfe gerade einen leckeren selbst gemixten Mangosaft und lass mir das Wochenende durch den Kopf gehen. Ja, ich habe mir nämlich letzte Woche einen Mixer gekauft. Bis jetzt hatte ich jedoch nur mit Mango und Honigmelone wirklichen Saftgenuss. Die Avocado war total bitter und die Sirsak war knochenhart. Ich hoffe ich finde noch heraus wie die Indonesier den Avocadosaft so schmackhaft hinbekommen. Aber nun zum Wochenende.
Dies war mal wieder eines von denen wo wir die meiste Zeit im Auto verbracht haben ?. Und dies ist wirklich nervtötend. Nicht nur, dass unser Fahrer einen unbeschreiblichen Fahrstil hat wo einem Angst und bange wird (wenn ich gläubig wäre, würde ich jedes Mal beten heil anzukommen und so bleibt es nur beim hoffen…) sondern auch der Zustand der Straßen. Die Autobahnen sind ja noch heilwegs ok, zumindest erlauben sie eine Geschwindigkeit von 120 km/h. Aber die Landstraßen sind grauenhaft! Mir tun nach der Fahrt alle Knochen weh. Schlaglöcher mit einer tiefe von 20-30 cm sind wirklich keine Seltenheit. Und als ob das nicht reicht, sind in den Siedlungen alle 100 m bösartige Bremshügel in die Straße gebaut, die mich jedes Mal fast an das Dach unseres Kijangs springen lassen. Aber bis jetzt ging noch alles gut und ich hoffe, dass die letzten nicht mehr ganz zwei Monate ohne Schäden über die Bühne gehen. Naja, Steffi kann sich ja dann ein Bild davon machen wenn sie hier ist (sollte uns da der Fahrer noch zu Verfügung stehen).
Das Ziel heute war wieder einmal Anyer. Der Grund war dieses Mal jedoch nicht Sonnenbaden, sondern „schwarze Magie“. Wir hatten bereits von mehreren Seiten gehört, dass die Show in Anyer eine der besten sein soll. Jedoch wie so häufig hier, wurden wir am Ende nicht wirklich positiv überrascht. Mira, eine Lehrerin der SGU (und eine gute Bekannte von Stefan Plewka) machte uns den Vorschlag und wollte uns auch begleiten. Da wir schon einschlägige Erfahrungen mit ihrer Person bei der letzten Anyer Reise gemacht hatten, wussten wir, dass wir uns auf ihr nerviges Gequassel einzustellen hatten. Jedoch wurde es noch schlimmer als erwartet. Schon am Ende dieses Tages „bluteten“ uns regelrecht die Ohren von ihren Haarsträubenden Geschichten und ihrer merkwürdigen achso westlichen Einstellung. Näher darauf einzugehen würde sicher eine ganze Seite füllen.
Der nächste Tiefschlag kam als wir erfuhren, dass wir um die Show zu sehen, in einem 5 Sterne Hotel zu übernachten hatten. Die Show wurde angeblich nur für die Hotel Gäste angeboten, was sich jedoch später als falsch erweisen sollte. In unserer Unwissenheit checkten wir dann in ein wirklich schickes Hotel ein. Das Zimmer kostete 130 Euro! Da wir jedoch insgesamt 6 Leute waren wurde es am Ende doch nicht all zu teuer für jeden einzelnen. Und schon allein für das Abendbrot hat es sich gelohnt. Es gab ein reichhaltiges warmes Buffet mit allen möglichen Sorten von Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst usw. Wir haben das natürlich ausgenutzt und uns bis oben hin voll gestopft! Danach ging es dann direkt zu der Show. Diese hatte aber nicht wirklich viel mit „schwarzer Magie“ zu tun. Die Gruppe bestand aus ca. 10 Indonesiern. Davon waren 4 Hauptakteure und der Rest begleitete die Show mit Musik. Zu Beginn lief einer von ihnen durch Feuer und ein andere aß brennende/ glühende Hölzer. Danach verspeiste einer von ihnen Glühbirnen und ließ sich spitze, lange, dicke Nadeln durch die Haut stechen. Ein anderer schnitt sich mit einem scharfen Messer in die Haut, Zunge und Nase, jedoch ohne sich zu verletzen (um die Schärfe der Messer zu beweisen zerschnitten sie Feuchte Zuckerrohr Stäbe). Zum krönenden Abschluss „verzauberten“ sie noch zwei Kokosnüsse. Sie legten drei auf den Boden und öffneten eine damit man sehen konnte das sie wie erwartet mit Kokosnusssaft gefüllt waren. Über die anderen beiden legten sie ein Tuch und „beschworen“ sie. Danach öffneten sie die beiden Kokosnüsse und statt Saft enthielten sie Kokosnussgelee. Ein wirklich billiger Trick. Die Zuschauer waren jedoch allesamt total begeistert und glaubten wirklich das die Kokosnuss verzaubert wurde ?.
Nach dem die Show beendet war und wir uns bereitwillig Miras Geschichten angehört hatten setzten wir uns mit ein paar Bintangs an den Strand und lauschten den Wellen (und der nicht verstummenden Mira). Zum Glück wurde ihr schnell kalt und verließ uns alsbald. So hatten wir endlich einmal unsere Ruhe! Bevor wir gingen kamen noch zwei Mädels den Strand entlang und quatschten uns an. Die erste Frage war, wo wir herkommen. Als sie hörten dass wir Deutsche sind setzten sie sich gleich zu uns und erzählten von ihrem Deutschen Exfreund und das die Deutschen doch alle so nett sind und das sie gerne einen Deutschen Mann heiraten würden. Es hat sich jedoch keiner von uns dazu bereit erklärt ?.

Tag 69 - Sonntag, 8. November 2004


Nach einem sehr guten und ausgiebigen Frühstück warteten wir auf unseren Fahrer. Nachdem er endlich drei Stunden später eintrudelte fuhren wir zu einem nahe gelegenen Naturpark in der Nähe von Carita. Da Mira der Weg zu gefährlich war konnte sie uns „leider“ nicht begleiten. Vom Parkplatz aus ging es dann ca. 2 km auf einem schmalen Trampelpfad durch den Dschungel. Es war das erste Mal das wir natürlichen Regenwald sahen. Man hörte allerlei Tiere rufen und konnten Affen beobachten, wie sie von Baum zu Baum sprangen. Völlig durchgeschwitzt kamen wir nach gut einer Stunde klettern und laufen am Wasserfall an. Er war zwar nicht groß und das Wasser auch nicht sonderlich sauber aber trotzdem war die Umgebung sehr schön. Da es langsam dämmrig und die Moskitos immer lästiger wurden machten wir uns wieder auf dem Heimweg.

Tag 76 - Freitag, 13. November 2004


Da die Agenturen in Jakarta für die Visumverlängerung 70 € verlangen beschlossen wir es selbst in die Hand zu nehmen. So fuhren wir zur Imigrasi Office in Tangerang. Dort mussten wir einige Formulare ausfüllen und mitsamt unseren Pässen abgeben. Danach sollten wir bis nach dem Mittag warten, nur um zu erfahren, dass die Kasse geschlossen ist und wir doch bitte Montag nach Lebaran wiederkommen sollen. So fuhren wir unverrichteter Dinge und ohne Pässe zu Blok M, Klamotten einkaufen. Blok M ist ein Viertel in Jakarta (habe ich bereits vorher erwähnt). Auf dem Markt kann man T-Shirts für 1,50 € und alles andere von Schuhen über Taschen usw. für wenig Geld kaufen. Die Qualität ist jedoch nicht besonders gut aber dem Preis entsprechend. Da es nicht möglich ist die Sachen dort anzuprobieren (keine Kabinen und 100-e von Menschen die dich auf Grund der Hautfarbe eh schon ausgiebig mustern) waren zwei von meinen drei T-Shirts erheblich zu klein.

Tag 76 - Sonntag, 15. November 2004


Nach einem Monat fasten brach nun endlich der Ramadan an. Dieser ist für die Muslimen ähnlich des Weihnachten für die Christen. Überall hängen Fahnen und Schildern mit „Selamat Idul Fitri“ oder „Selamat Lebaran“ herum. So gut wie jeder hat diese Woche frei, oder mindestens die ersten drei Tage. Jeder Muslim fährt zu seiner Familie (soweit es ihm finanziell möglich ist) um mit ihr zusammen zu feiern. Dementsprechend voll sind die Straßen und jegliche Fortbewegungsmittel. Es ist somit fast unmöglich relativ preisgünstig irgendwohin zu kommen. Da wir diese Woche nicht unbedingt im fast leeren Jakarta oder Cikarang verbringen wollte blieb uns als einzige preiswerte Alternative nur der Zug. Das Ziel war Surabaya. Dies ist am Süd- Ostzipfel von Indonesien gelegenen. Als einzigste wirklich attraktive Sehenswürdigkeit dort ist der Bromo. Dies ist ein aktiver Vulkan in mitten eines riesigen Bergmassives. Das letzte Mal ist der Bromo vor zwei Jahren ausgebrochen. Auf Grund der üblichen Missverständnisse buchten wir erst am Sonntagmorgen. Natürlich war für Sonntagabend bereits alles ausgebucht. Zum Glück konnten wir jedoch noch vier Karten von ein paar freien Händlern vor dem Bahnhof ergattern. Natürlich zu einen höheren Preis. Die letzten Tickets für den Rückzug waren für den Donnerstagmorgen erhältlich. Alle späteren Züge waren ebenfalls ausgebucht. Drei Tage waren zwar nicht sonderlich viel, jedoch für Surabaya völlig ausreichend wie sich heraus stellen sollte. Der Zug (wir hatten den schnellsten und besten der nach Surabaya fährt) war klimatisiert und man hatte erheblich mehr Beinfreiheit als in Deutschen RE oder IC. Für die zehn Stunden Fahrt also gut auszuhalten. Auffällig an dem Zug ist noch, dass sich alle Sitze (Doppelsitze) drehen lassen. So fährt man also immer in Fahrtrichtung ohne dass der Zug wenden muss.

Tag 77 - Montag, 16. November 2004


Gegen 9 Uhr (zwei Stunden später als geplant) kamen wir dann am Bahnhof in Surabaya an. Glücklicherweise war Basir (von Merapi) ebenfalls in Surabaya um seine Familie zu besuchen. Er holte uns mit seinem Onkel ab und fuhren ein Stück durch Surabaya und dann nach Malang wo seine Familie wohnt. Surabaya unterscheidet sich nicht von anderen Indonesischen Städten. Dreckig, heruntergekommen und heiß. Nach gut einer Stunde Fahrt erreichten wir völlig durchnässt (die Klima im Auto war defekt) Malang. Dieses „Städtchen“ befindet sich am Fuße des Bergmassives, so dass es zumindest nach Sonnenuntergang angenehm kühl war. Nach unserem Eintreffen überraschte uns die Familie mit einem sehr guten Mittagessen und mit dem Angebot in einem leeren, nahe gelegenen Haus zu übernachten. Da wir eh knapp bei Kasse waren nahmen wir das Angebot natürlich gerne an. Als wir zu dem Haus fuhren, unterrichtete man uns darüber, dass es dort kein Wasser gibt. Hä?? Das Haus sah sehr ordentlich aus und so ließen wir uns vom nicht vorhandenen Wasser nicht abschrecken. Außerdem sollte es scheinbar zwischen 20 Uhr und 22 Uhr doch welches geben. Nach dem wir unser Gepäck abgelegt hatten ging es zurück zu Basirs Familie, ein Mandi nehmen (man kann fast duschen sagen, jedoch ohne Brause, nur mit einem Schöpfer) und abchillen.
Nachdem es dunkel wurde fuhren wir mit dem Auto nach Batu. Das ist eine Stadt (oder mehr ein Landstrich) ähnlich Puncak. Wir setzten uns in einen kleinen Warung mit wunderbarem Blick über das Land und Malang und aßen gegrillte Maiskolben und ließen uns ein paar Bintangs (Bintang heißt Stern und ist die bekannteste Biermarke in Indonesien, gefolgt von Anker) schmecken.


Tag 78 - Dienstag, 17. November 2004


Nach einer langen erholsamen Nacht warteten wir, dass Basirs Familie vom Markt zurück ist, damit wir mit dem Auto nach Selecta fahren können. Laut Reiseführer soll es dort Quellen und eine schöne Landschaft geben. Gegen Nachmittag erreichten wir dann auch Selecta. Doch wie so häufig wurden wir vom Anblick der Natur enttäuscht. Das ganze war eine große Anlage mit Swimmingpool und natürlich überall bergeweise Müll. Keine Quellen und keine ursprüngliche Natur.

Tag 79 - Mittwoch, 18. November 2004


Da man sich vom Bromo aus unbedingt den Sonnenaufgang anschauen sollte fuhren wir gegen Mitternacht los und erreichten die letzte Station gegen 3:30 Uhr morgens. Von dort aus ging es dann mit einem gemieteten Jeep durch eine rießige Staubwüste auf einen 2800m hohen Berg neben dem Bromo. Da es dort sehr kalt war (5° bis 10° C), erstand ich für 70 cent eine super hässliche Mütze. Nach einem kurzen Frühstück (kaltes Indomie) warteten wir auf den Sonnenaufgang. Während dieser Zeit kamen immer mehr Leute auf diesen Berg. Am ende waren es sicher mehr als 300!
Danach ging es mit dem Jeep weiter zum Bromo.
Wir beschlossen den Krater einmal zu umrunden was ca. zwei Stunden in Anspruch nahm. Auf diesem „Weg“ gab es kein Geländer und links und rechts ging es mehrere 100m steil Bergab. Oft war der Weg nicht breiter als einen Meter. Außerdem musste man sich vor den starken Windböen in Acht nehmen, dass die einen nicht herunter wehen. Gepeinigt von dem Staub und den Schwefelgasen erreichten wir dann am späten Morgen zum Glück unversehrt wieder den Jeep.


Nach einer Dusche und einem Mittagessen bei Basirs Familie stiegen wir in den Bus und fuhren zurück nach Surabaya. Da unser Zug zurück nach Jakarta bereits am Donnerstagmorgen um 8 Uhr startet wollten wir uns ein Hotel in der nähe des Bahnhofs
suchen. Wir ließen uns von Basir eines empfehlen und fanden es nach einigen herumirren mit dem Fahrradtaxi. Für 6 € die Nacht (für zwei Personen) erwarteten wir natürlich nicht all zu viel. Wenigstens hatte es Klima (auch wenn sie nicht richtig kühlte) und fließend Wasser ;). Das Bettlaken wurde sicher seit mehreren Wochen nicht mehr gewaschen und im Bad stand ein großer Eimer Wasser mit Schöpfkelle zum Duschen und als Klopapierersatz. Aber für eine Nacht sollte es uns reichen.
Nach dem einchecken erkundeten wir noch Surabaya per Fuß und aßen in der laut Reiseführer größten Mall von ganz Asien.

Tag 80 - Donnerstag, 19. November 2004


Diesen Tag verbrachten wir komplett im Zug und erreichten planmäßig gegen 19 Uhr Jakarta wo uns Mr. Rohman (unser Fahrer) wieder heil nach Lembah Hijau brachte.
Letzte Änderung: 03.01.2008